Broken-Mirror

February 1, 2005

mein Spiegelbild

Filed under: the world inside — @ 8:45 pm

Morgens
Ich stehe auf und gehe zum Spiegel. Ich schaue hinein. Ich könnte weinen.

Mittags
Ich komme von der UNI. Ich hänge meine Jacke auf. Nebendran ein Spiegel. Ich schaue rein. Ich könnte weinen.

Abends
Ich gehe ins Bett. Vorbei am Spiegel. Ich schaue hinein. Ich könnte weinen.

Ich hasse mein Spiegelbild.
Ich kann es einfach nicht mehr sehen.
Ich vermeide es schon in einen Spiegel zu gucken, doch irgendwann passiert es.
Ich schaue hinein und sehe … mich.
Mich, einen Menschen, von dem ich weiß, dass sie einen guten Charakter hat, für andere da ist, Humor hat und schnell neue Freunde (freundschaftlich) findet.
Doch ich kann mein Spiegelbild nicht angucken.
Ich betrachte mich und sehe an meinem Äußeren nichts von dem, was meinen Charakter widerspiegelt.
Ich sehe ein Gesicht, welches viel zu groß ist, keine Konturen hat, wessen einziges Markenzeichen das riesige Doppelkinn ist. Ein Gesicht in welchem mir 2 Augen entgegen blicken die unterschiedlich groß sind, eine lange, breite Nase und einen kleinen, vernarbten Mund mit Damenbart.
Ich sehe Arme, die beharrt sind wie die eines Bären. Arme die zwar auch Muskeln aufweisen können, es aber dennoch Fett gibt, welches bei jeder Bewegung hin und her schwingt. Meine Finger… klein, dick und ohne schöne Fingernägel, da diese einfach viel zu klein sind. Noch dazu die runzelige Haut und die dicke Narbe an meinem Handgelenk.
Ich sehe Brüste, die zu klein sind. Die eigentlich gar keinen BH bräuchten, da alle BHs zu groß sind.
Ich sehe einen Bauch. Einen Bauch der die Form einer schwangeren Frau im 9. Monat mit Drillingen aufweist, der bei der kleinsten Bewegung hin und herschwingt und erst nach einigen Sekunden wieder damit aufhört. Einen Bauch der unförmig ist, der größer ist, als die Brüste es sind.
Ich sehe eine Hüfte, die im Gegensatz zu dem Bauch viel zu schmal ausgefallen ist. Eine fast schon männliche Hüfte.
Ich sehe Oberschenkel, die sich sehr lieb haben, die immer zusammenhängen. Oberschenkel von denen ich beim Anblick weiß, dass sie nie in einen Rock ohne Strumpfhose passen werden, da sie sich sonst gegenseitig sehr weh tun.
Ich sehe Knie, die unförmig und sehr groß sind.
Ich sehe Unterschenkel, die nicht wirklich fett sind. Unterschenkel, die trotz allem sehr groß und breit sind, da sie vom vielen Sport nur aus Muskeln bestehen.
Ich sehe Füße, die zwar einen guten Spann aufweisen können, jedoch viel zu lange, häßliche Zehen haben.
…Ich drehe mich um…
Ich sehe einen Rücken, der sich versucht hat Fettpölsterchen an zu legen und deswegen auch Fettwabbeln aufzeigt, welche auftreten, sobald ich die Arme an den Körper lege
Ich sehe einen Hintern, der viel zu groß ist. Einen Hintern, der gar nicht zu der schmalen Hüfte passt. Einen dicken Hintern.

Ich drehe mich traurig um und verfluche mich für jedes Essen, welches ich zu mir nehme.

Ich würde mich so gerne wegdrehen und denken
“Ich mag mich so, wie ich bin. Ich bin ein 20-jähriges Mädchen, welches eine gute Figur hat und sich so zeigen kann wie sie ist”
Doch davon trennen mich noch ca. 15kg

Ich senke meinen Blick, sobald ich auf die Straße gehe. Ich will nicht in die Augen der anderen Menschen sehen. In die Augen, die mir sagen würden “Mädel, nimm ab”.
Ich versuche nicht hinhören zu müssen. Hinhören bei den Gesprächen die ich doch immer mit bekomme. “Guck dir die an. Die hätte auch mal eine Diät nötig!”… es sind kleine Kinder, aber ich will es nicht mehr hören müssen.
Ich kann keinen Blick erwidern. Ich weiß, dass Blicke mich betrachen… meine unweiblichen Kurven rauf und runter fahren und sich vorstellen, wie ich wohl dünn aussehen würde.

Ich will mich doch nur mögen können wie ich bin. Und ich weiß, dass ich mich schon einmal in meinem Leben gemocht habe wie ich bin. Als ich zwischen 55-60kg gewogen habe.
Ich will mich wieder so mögen können.
Ich will wieder in ein Geschäft gehen können, zu einer Hose greifen können die mir gefällt und sie kaufen können.
Ich will nicht mehr warten müssen, bis mal irgendwo etwas in Größe 44 am Kleiderbügel hängt.
Ich will mich einfach nur gut fühlen.

Stammklo

Filed under: picture — @ 6:18 pm


mein “Stammklo” im KGIII

Wetterwechsel

Filed under: General — @ 8:58 am

Und schon wieder denke ich zurück… zurück an eine Zeit…. an Gestern…

Meine Mum am Telefon irgendwann Nachmittags: “Oh je, bei uns regnet es in Ströhmen und es will gar nicht mehr aufhören. Dafür ist es zwar etwas wärmer geworden, aber der Regen nervt echt. Ist bei euch wenigstens auch so ein Wetter?” Ich daraufhin: “Nö, hier ist es trocken, bewölkt und arschkalt”

Hier am PC bekomm ich ja nie mit wie das Wetter draussen ist, weil er zur Wand steht.
Nun komme ich letzte Nacht in mein Schalfzimmer und finde gepunktete Fenster vor. Gepunktet von Regentropfen. Es war am schütten draussen und mal wieder war ein Sturm sondergleichen da, der um das Haus fegte.

Wenn ich an heute vor einer Woche denke… Ich habe mich gefreut wie ein Kleinkind, dass endlich Schnee lag. Nun ist alles wieder weg und die Straßen sind nass vorm Regen. Kein weißes Federkleid mehr, sondern grauen, nassen Asphalt sieht man auf dem Boden liegen.

Inzwischen hat es aufgehört zu regnen, doch die Welt draussen ist noch immer grau mit nur vereinzelten Sonnenstrahlen, die es schaffen die Wolkendecke zu durchbrechen.






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